Montag, 4. Dezember 2017

Leuchtende Kinderaugen und zermerscherte Literatur. Der schmale Grat des Kunstschaffens.





Bild: Land Oö

Da schaut's her, wir wurden für unser Lebenswerk mit dem kleinen Landespreis für Kulturarbeit prämiert! Recht offensichtlich nicht vom Herrn Kürzungshauptmann ganz rechts (sic), sondern von einer sehr lieben Jury. In drei Jahren holen wir uns dann den mittleren Landespreis, versprochen.
Glücklich kann man in Zeiten der Spar-Cholera freilich nicht leicht sein. Das ist auf dem herrlichen Bildnis schön zu sehen. LH Stelzer hat Angst vor einer verdienten Eskalation. Monet nimmt aufopferungsvoll seine schönste linksrevolutioänre Positur ein, um Präsidentin Meindl von den negativen vibes abzuschirmen. Sie soll sich freuen, denn Kinderaugen machen doch erst den Glanz einer Bescherung aus. Prof. Buttinger schaut pfiffig aus dem Dreiteiler, er bringt ein Protestbrieflein auf den Weg, das gleich heim zum LH finden wird. Darin kündigen wir ihm unsere Zuneigung auf, falls er wirklich die Literatur zermerschert wie ein dickes Kind den Kolibri. 
Das Geld nehmen wir natürlich gerne. Hoffentlich kommt es nicht als Sachspende daher (Gutschein für die Einleitung eines Glasfaserkabels, Rabattmarken für die Landesmusikschule, Eintrittskarten für die nächste Landesausstellung), denn wir haben Kinder, Enkelkinder und hungrige Bäuche zu füttern.

Donnerstag, 23. November 2017

Wir retten Oberösterreich und seine Autobahnen!


Liebes Volk!

Und so kam es, dass wir miteinander mutig in die neuen, reformierten Zeiten schreiten dürfen. Ihr wart an jenem Abend wieder so viele, dass wir das nur als bedingungslose Abstimmung mit den Füßen interpretieren können! 
Oder ihr wart bloß glühende Fans vom Gast Markus Köhle, das verstünden wir auch. Er ist ja auch super! Schreibt einfühlsam über Berlusconi-Doubles, erklärt dem Bier seine Liebe und dem Schnitzi sowieso. Bis Mitte Dezember weilt er noch in Wels, dann endet seine schöne Ära als Welser StaTTschreiber.



Die neuen Zeiten sind halt nicht die paradiesischen Zeiten, immerhin müssen wir jetzt sparen, das geht uns alle an! Grad wenn die Konjunktur brummt und das Land Alltime-Rekord-Exporte + 100 Millionen Mehreinnahmen macht, muss die Literatur solidarisch sein und den Gürtel enger schnallen. Es freut uns sehr, unsere geliebte Heimat mit unserem Fördergeld unterstützen zu dürfen!


Oben singt Prof. Buttinger "Rote Rippen soll man brechen", nachdem er zuvor schon beinahe bravourös das neoliberale Manifest für eine marktorientierte Literatur verlesen hat. Fast ohne Speiben! Präsidentin Meindl trägt einen solidarischen Brief von LH Stelzer vor, der uns den Monet wegevaluiert hat, damit unsere Verwaltung jetzt noch schlanker und effizienter ist.


Mitten drin ereilt uns die Nachricht, dass im Sinne der Regionalisierung in Zeit der Globalisierung neue Förderkriterien gelten. Das betrifft zunächst die Kleidung - die Präsidentin kommt dem umgehend nach:


Abschließend brachte die reformierte Lesebühne noch eine zeitgemäße Neufassung der Landeshymne zum Vortrag:

Mei potschate Hoamat

Ob i wü, ob i ned wü
maunchmoi denk i an späta
und i siach durch viele Tränen
wo des Spoan uns hifüan wiad
und i siach duach viele Tränen
wo der Schas uns hifüan wiad

Hoamatlaund, i hob di so gern
nimm s'letzt Hemad, denk da nix!
Und scheiß au ob i gfrian wead
jo des is mei potschat's Lebn!
Und scheiß au ob i gfrian wead
zöst vü mea ois mei klaans Lebn!

Dienstag, 14. November 2017

Die neue Literatur ist da!


Damen und Herren, Madln und Buam,

die neuen Zeiten sind schon da, wir haben die passende Literatur dazu. Und das Plakat! Am Freitag erklären wir euch, wie sich die hochsubventionierte Kultur erfolgreich vom Tropf der Steuerzahler lösen kann. Indem sie nämlich sehr gut ist und gerne von den Steuerzahlen konsumiert wird! Marktkonforme Lyrik, wertkonservatives Drama und enkelfitte Prosa!
Von Meind, Monet und Buttinger - sowie unserem Gast Markus Köhle, dem die drei Monate als Welser StaTTschreiber den Wert unserer Werte wieder wertschätzen haben lassen.

Montag, 30. Oktober 2017

Schluss mit der Kritik! Literatur für die neue Zeit

Lesebühne mit Gast Markus Köhle
Freitag, 17. November, 20 Uhr, Salonschiff Fräulein Florentine, 4040 Linz


Das Volk hat entschieden! 58 Prozent von euch haben das ewige Anpatzen und den Reformstau satt. Ihr wollt keine Willkommenslyrik und keine Sozialromantik mehr. Ihr wollt das Wir-Gefühl und den Schutz der Werte (Frau, Haus, Heimat). Wer sind wir, uns euren Gefühlen und euren Wünschen zu verweigern? Immerhin leben wir ausschließlich von eurem Steuergeld! So wollen wir uns gemeinsam auf die Reformlesebühne freuen. Gast ist der Welser StaTTschreiber Markus Köhle, der bis dahin auch noch erkennen wird, dass man nicht in die Fütterhand beißt.
Mit zeitgemäßer Volksmusik von der Blutgruppe und einer Tombola des Grauens, für die ihr halt diesmal extrem viel bezahlen müsst, weil wegen der Wettbewerbsfähigkeit. 

Sonntag, 22. Oktober 2017

Rettet uns!

Ihr Lieben!

Das Land Oö will ohne jede Notwendigkeit seine Freie Szene kaputtsparen. Es wär' uns ein loderndes Anliegen, wenn ihr als erste Unmutsbezeugung einmal diese Petition unterschreibert's:
https://kulturlandretten.at/

In der Hoffnung auf Besserung:
Eure Linzer Worte

Kinderkanzler, Hexenfraß, Prinzenbart und gesunde Watschen: Nachlese zur Kinderlesebühne


Kinder! Seid ihre alle da? Das war eine schöne Lesebühne, oder?

Da war zum Beispiel der Professor Onkel Buttinger, der dazu riet, Kinder in der Badewanne schlafen zu lassen, so könne man sich die Windeln sparen. Sodann erklärte er in einem Einführungsvortrag, dass die neue Jugendlichkeit in der Regierung sicher viel weiterbringen wird, unter anderem die Einführung des neuen Kurz-Studiums Zahntechnik. Den Schmäh mit den Konzentrationsstörungs-Lagern teilte er sich mit dem lieben Ingenieur Monet.


Und auch den Monet inspirierte der so unendlich junge Kanzler. Er ließ ihn einen Brief an die Prinzessin von La-Le-Superland schreiben, darin er von den Mühen des Regierens klagte. Sehr schön auch sein Lied: Er borgte sich die Melodie von Cat Stevens "Father & Son" und ließ die schiache Hex den armen Hänsel dazu überreden, sich freiwillig essen zu lassen. Arg! Aber die Jungen müssen halt solidarisch mit die Alten sein.


Unser lieber Gast, "Prof." Martin Auer, las mit höchst schöner Stimme ein Märchen vom Kind, das immerzu fragte und so leider ganz dumm bleiben musste. Weiters brachte er Aliens bei, wie man bei uns mit den ganz Kleinen zu reden habe. Und er las aus seinem Werk "Die Prinzessin mit dem Bart", das bittschön über Crowdfunding zu unterstützen wär: https://www.startnext.com/prinzessin-mit-dem-bart. Do it!


Das Publikum war von erlesener Quantität und überzeugender Qualität. Wenn das so weitergeht, versenken wir bald das Salonschiff.


Präsidentin Meindl riet zu baulichen Maßnahmen gegen Pubertierende, zum Verhätscheln und Prahlen mit den alternden Eltern (warum die Freundinnen immer nur mit den Fortschritten der Säuglinge nerven, warum nicht mit der Rüstigkeit der Ahnen?!) und zum Kampf mit dem Mitteln der Trotzphase. Einfach am AMS, beim LH, bei der UNO-Generalversammlung mit den Augen rollen, "Boah eh!" brüllen oder sich heulend auf den Boden werfen. Dem Trump kann man ohne Reue bei Gelegenheit eine gesunde Watsche angedeihen lassen.

So war das!
Und jetzt gehen wir wieder in unsere innere Klausur und schreiben euch was Feines für das nächste Mal am 17. November. Seid bereit! Der Welser StaTTschreiber Markus Köhle kommt!

Montag, 16. Oktober 2017

Kinder weg von der Macht!


...das dürft ihr gern auch als unseren aktuellen Kommentar zum Wahlergebnis deuten.