Freitag, 4. Mai 2018

Götterdämmerung. Die totale Eskalation

Sommerschluss-Lesebühne am Freitag, 15. Juni, 20 Uhr. 
Obacht! Wir gastieren im STRANDGUT, Ottensheimer Str. 25, 4040 Linz
Mit Gast SEVERIN AGOSTINI



Ob wir endlich das alljährlich geplante Open Air schaffen?! Eins steht fest: Wenn zu unserer letzten Lesebühne auch so viel Volk kommt wie zu den PostSkriptum-Slams, zerplatzt das Strandgut wie ein toter Wal. Es wird uns dann aber eine Ehre gewesen sein, weil Severin Agostini in unserer Mitte ist. OLW und Postskriptum - eine Kernfusion!

Samstag, 21. April 2018

Tyrannenmord-Nachlese: Hirschl schlägt Hitler



Sehr geehrtes Volk, liebe Untertanen, werte potenzielle Tyrannenmörderinnen!

Bei der gestrigen Lesebühne ließen wir abstimmen, ob der 20. April vom Branding her weiterhin einem abgezwickten Brauner Massenmörder gewidmet bleiben soll, oder ob man in Zukunft nicht lieber den Tag der "Original Linzer Worte" oder - noch besser! - den Elias-Hirschl-Gedenktag feiern sollte. Die direkte Demokratie hat sich live für den Hirschl entschieden, und nicht nur, weil er auch genetisch aus Braunau stammt. Er ist menschlich und künstlerisch um 345 Prozent besser als Hitler. 
Wenn es euch recht ist, laden wir ihn uns alle ein, zwei Jahre ein, damit auch ihr seine weitere Karriere optimal beobachten könnt.


Hirschl brachte Songs seiner Band "Heldenplatz" dar ("Zu viele Nazis" und "Katholische Feiertage") und verursachte per Zeitreise, dass Thomas Bernhard nur noch positiven Kitsch wie "Wärme" oder "Bäume pflanzen" veröffentlichte. 
Unser Ing. Monet hingegen versah künftige Tyrannen mit dem notwendigen Rüstzeug, um auch wirklich ermordet zu werden. "Die Folter ist die Fortsetzung der Bürokratie mit anderen Mitteln". Als Schlusslied kredenzte er "Wo die Türkisblumen blüh'n", in dem Basti die Koalition mit Bumsti ermordet. Wenn's leicht geht, sagt bitte Nick Cave nichts davon, was wir seinem Hit angetan haben.


Präsidentin Meindl verlas den dritten Teil ihrer Serie "Gschissene Korrespondenzen: Vollhonks suchen meine Nähe". Diesmal zwei originale Leserbriefe aus ihrer dunklen Zeit als Lokaljournalistin: "Ich kündige mein Abo, schenken Sie die restlichen Ausgaben den 'wertvollen' Asylanten!" und "Englische Luftgangster zerstören das Kunstrettungsprojekt der Nazis". Sodann verkündete sie einen Tyrannenmord qua retardiertem Suizid ("Ich trinke ab jetzt wöchentlich mehr als vier Bier") und brachte anwesende Veganerinnen durch ihr politisch korrektes neues Eiernockerlrezept gegen sich auf.

Große Anerkennung werde Dominic Looser zuteil, der heldenhaft per Open Mic das frevelhafte Fehlen Prof. Buttingers wettzumachen trachtete. Übrigens: Nein, wir haben den Buttinger nicht entleibt, weil er uns normalerweise immer so zur Eile antreibt. Spätestens gestern hätten wir es bereut. Ohne Buttinger mäandern wir! 
Der Looser jedenfalls könnte dank seines charmanten Schwyzer Idioms sowieso irgendwas vorlesen, er unterwand sich jedoch der Mühe, auch noch "deepen shit" zu "featuren": "Der Mensch zahlt anderen Millionen, wenn sie das Runde in das Eckige tun."



Ganz obabgebildet das Bergpanorama des Grauens - die Tombola ist und bleibt das geheime Herzstück der Lesebühne. Soviel Materialismus dürfen wir uns alle gönnen! Hauptpreis: Die Regensburger Domspatzen singen unter Georg Ratzinger "Du bist das Licht der Welt". 

Nächste Lesebühne (=Sommerschluss): 15. Juni, zu Gast ist der Linzer Poetry-Slam-Obervater Severin Agostini. Große Vorfreude! Bei entsprechender Witterung Open Air!

Mittwoch, 11. April 2018

Ein lausiges T-Shirt und der 20. April


Mit überaus freundlicher Genehmigung des Milena-Verlages. Bussi.

Montag, 26. März 2018

Zeitreisen, Tyrannenmord und Eiernockerl: Lesebühne am 20. April, 20 Uhr


Oha! Der 20. April ist natürlich ein heikler Termin, der nur von trainierten Humor-Premium-Profis bespielt werden sollte. Das Thema ist auf Elias Hirschl zugeschnitten wie ein Slim-Fit-Anzug. Und jeden Neonazi, den wir im Publikum erwischen, schmeißt die Präsidentin mit ihren eigenen, erzstarken Händen in die große Wasserader unterm Salonschiff.


Montag, 19. März 2018

Kurze Menschen, scheiß Liebe, kluges Wasser, Instagram-fitte Weltliteratur. Nachbericht zur "Kurz und schmerzvoll"-Lesebühne

Geliebte Zukurzgekommene und Schmerzensreiche!

Na, war das eine Lesebühne? Hoffentlich ist es ein Gütekriterium, wenn wir selbst es lustig hatten. Beschwerden könnt ihr ja in das Kommentarsackerl unten sprechen. 
Aber wir sind uns bestimmt alle einig, dass mit dem Gast Georg Rauber ein guter Griff getan ward. Ein Schauspieler - und trotzdem Mensch geblieben! Wir haben es beobachtet: Er kratzt sich nicht mit der linken Hand am rechten Ohr und trägt keine affigen Schals! Stattdessen bescherte er uns exakt zum Thema passende Preziosen der Weisheit, etwa: "Wenn Liebe durch den Magen geht, ist sie nicht am Ende zum Scheißen?" Wir haben beschlossen, jetzt nur noch den pfiffigen Riesen einzuladen, er muss sich halt ein jedes Mal als jemand anderer verkleiden, damit man uns die Gäste-Förderung nicht kürzt.


Ingenieur Monet wird sowieso nicht mehr hergegeben. Wer hätte sonst so viel Kluges über die segensreiche Esoterik zu sagen? Über Keltensteine, Energievampire, verdünnte Potenzen, intelligentes Wasser (es lernt nie aus)? Wer schrübe schönere Wienerlieder über einen Stadtbummel mit der Marie (frisch in der Bank geraubt)? Wer verliehe der Tombola eine feinere Fahrstuhlmusikhinterlegung? 


Professor Buttinger ist das pädagogische Herz der Lesebühne. Ohne seine Einführungsvorträge würde sich gleich jeder auskennen und gelangweilt schon mitten im ersten Text heimgehen. Bei welcher Literaturgeselligkeit werden schon Bologna-Punkte vergeben?! Diesmal informierte er die Menschen (und das Wasser - das Salonschiff steht ja über einer dicken Wasserader) über die politisch prekäre Neigung zu k/Kurz gekommener Demagogen. Dollfuß war z.B. nur 1,22m "groß". Abschließend dichtete er Randy Newman so um, dass man ihn auch am großen Strom Donau verstand. 


Und die Präsidentin? Vergriff sie sich an Trent Reznor und Johnny Cash ("Schmeaz") und wurde zur Strafe prompt besachwaltert: So berichtete sie aus ihrer Tagesstruktur für erfolglose Autoren, in der Weltliteratur Instagram-fit gemacht wird. Weiters verlas sie Neues aus der Rubrik "Vollhonks suchen meine Nähe", Schmerz-SMS und Einsatz-Romane. Man hat ja heute gar nimmer so viel Zeit zum Lesen! 


Die nächste Lesebühne findet am heiklen 20. April statt - mit Elias Hirschl.

Dienstag, 20. Februar 2018

Kurz und schmerzvoll

 Lesebühne am 16. März, Salonschiff Fräulein Florentine. Mit Gast Georg Rauber

Wer beim Titel an den blöden Kanzler denkt, ist selbst schuld. Wir sind der Kunst verpflichtet, nicht Kurz. Wir meinen: Das Leben ist kurz und groß die Kunst. Sie muss aber nicht lange dauern. Darum schreiben wir euch Ein-Wort-Romane, Kurzstreckentexte, Sprintlyrik.

Mit kurzweiligem Liedgut von der "Blutgruppe" und schmerzvollen Präsenten bei der Tombola des Grauens.


Georg Rauber ist Schauspieler und Autor und wohnt derzeit in Wien. Seine Texte sind ein Potpourri aus Humor, Absurdität und Surrealität. 

“Das Herz ist ein dummer Bastard, aber es weiß, was es will.
Das Hirn ist ein schlauer Fuchs, aber es ist unentschlossen und manchmal zu vorsichtig.
Die Kommunikation zwischen den beiden stellt sich als schwierig heraus, worunter der Magen sehr leiden muss” (G.R.).

Montag, 29. Januar 2018

Der Wunsch nach Blödheit, Zwischentönen und Genie. Nachlese zur mittelmäßigen Lesebühne


Liebe Wunderkinder!

Als wir am Freitag darauf hingewiesen haben, dass sich das mit all den hochbegabten Gschroppn vom Durchschnitt her nicht ganz ausgehe, haben wir selbstverständlich nicht euch gemeint! Ihr seid tipptopp! Und eure Kinder erst! Wenn sie sich trotzdem blöd anstellen, erinnert euch an unseren Life-Hack für mehr Zufriedenheit - runter mit den Ansprüchen. Also sagen: "Es muass jo ned a jed's studieren!"
Wunderbar und über jeden Durchschnitt erhaben war erwartungsgemäß unsere Gästin Yasmo. Was die in so einen fünf-Minuten-Slot packt, ist unpackbar. Avantgarde-Feminismus, Swag, Witz, Literatur, Flow... Wir lieben Yasmo! Auch wenn sie uns alten Säcken naturgemäß die Show stiehlt. Gut, irgendwer muss das ja übernehmen mit der Mittelmäßigkeit.


Prof. Buttinger does what professors do: einführen und erklären. Es dürfte nun keine offenen Fragen mehr geben. Höchstens die, wer jetzt den Klassenkampf gewonnen hat, der angeblich passé sein soll. Fazit: Es ist sehr, sehr ungemütlich geworden in der Mittelschicht. Apropos ungemütlich - ein verdientes Hauptziel unserer humoristischen Attacken war diesesmal Innenminister Herbert "konzentiert halten" Kickl. Was hat uns der inspiriert! Erstens gab's vom Professor ein garstiges Dramolett namens "Frühstück bei Kickls", inkl. wirklich, wirklich... äh "kongenialer" (=gschissener) Reime. Am treffendsten wohl des Buttingers Umdichtung von "Stuck in the Middle with you" zu "Draht's o den Kickl in mir"; das falsettige "Faschihiiiiist!" wird uns neuronal noch lange begleiten.


Das Open Mic ergriff dann Christina Schneider, und sofort hob sich das Niveau noch einmal: man kaufe ihre "Gedichte, die mein Leben schreibt"! Ing. Monet übernahm sodann und wagte sich an einen der Größten heran - man wird den "Angel" Presleys nun lange nicht mehr anders hören können als in seiner Version: "Du schaust aus wiara Engl, du gehst wiara Engl - owa du bist / hechstns durchschnittlich!" Es folgte eine intrikate Erzählung vom mittelmäßigen Durchschnittshelden, der aber immerhin so vif ist, zu durchschauen, dass er nur eine Figur in einer Erzählung ist. Und der immerhin so mächtig ist, dass er seinen Autor stracks ermordet. Da fiel er, der Monet! zum Glück wiederauferstand er zum zweiten Text: "Komm' auf die graue Seite der Macht, mein Sohn". 


Präsidentin Meindl kam mit Daseins-Optimierungstricks dem Bildungsauftrag nach: Wenn Sie den Partner nicht mehr sehr mögen, stellen Sie sich einfach vor, Sie seien mit Herbert Kickl verheiratet. Dann bezeichnete sie die arme Donau als "Mainstream Oberösterreichs" und behelligte die Audienz mit ihren nebbichen "9,5 Problemen (Owa a Hawara is kaans)", denn es stimmt durchaus - eigentlich geht es uns eh sehr super. Und seit Freitag gibt es noch eine neue passiv-aggressive Rubrik: "Vollhonks suchen meine Nähe".

 

Die obabgebildete dramatische Gesichtsverwerfung entstand beim Versuch, ihren eigenen Ohrwurm viral auf das Publikum zu übertragen, konkret durch das Umdichten und Absingen von "I wish I were an Angel" der notorischen Kelly Family: "Maunchmoi wünscht' i i warad deeeeeeeehheeepaaat!" Man hatte sich die Tombola und drei, vier Bier danach also wirklich, wirklich verdient.  

 

Nun müsst ihr euch ganz diszipliniert gedulden - die nächste Lesebühne ist erst am 16. März! Wir haben noch keine Förderzusage und sinken deswegen sogleich wieder in unseren energiesparenden Winterschlaf. 
Oder sollen wir einen schiachen Liederabend machen? Der FPÖ-NÖ hat's auch nicht geschadet. "Faschiiiihihiiiiist!"